Berufsunfähigkeitsversicherung

Durch den Beruf verdienen Sie sich Ihren Lebensunterhalt, doch die Berufsunfähigkeit kann diese tragende Säule in Ihrem Leben ganz schnell und unerwartet ins Schwanken bringen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Sie gegen dauerhafte Einkommensausfälle ab. Unser 11880.com-Versicherung-Ratgeber erklärt, was Sie beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten sollten und wie Sie Ihren optimalen finanziellen Schutz vor dem Berufsausfall gestalten können.

Höhe der Rente

Arbeitsunfall
© vchal - istockphotos.com

Achten Sie dabei vorrangig darauf, bei Berufsunfähigkeit Ihren Lebensstandard einigermaßen halten zu können, sprich, dass die Rente hoch genug ausfällt. Diese Summe ist schließlich entscheidend für den finanziellen Schutzschild, den Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung darstellen soll. Ist dieser zu klein, werden die laufenden Kosten schnell Ihre Ersparnisse aufbrauchen. Achten Sie daher bei der Berufsunfähigkeitsversicherung darauf, dass die Rente Ihrem aktuellen Nettoeinkommen so nah wie möglich kommt. Als Faustregel gelten mindestens 75 % des Nettoeinkommens.

Berufsunfähigkeitsversicherung und Nachversicherungsgarantie

Achten sie jedoch trotzdem auch auf die Möglichkeit zur dynamischen Beitragsanpassung. Denn das Leben geht weiter und damit einher gehen höchstwahrscheinlich auch weitere Veränderungen der Lebensumstände, wie etwa in der Familie (Ehe, Zuwachs) oder auch in Sachen Immobilien. Wenn Sie also zum Beispiel nach Inkrafttreten Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung heiraten, Kinder bekommen und ein Haus kaufen – durchaus ein gängiges Lebensmodell in unseren Breitengraden – stellen sich somit nicht nur neue Lebensumstände, sondern auch ganz neue finanzielle Herausforderungen ein. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung deckt auch diese Kosten durch eine dynamische Nachversicherungsgarantie ab und wird in gewissen Intervallen nachträglich erhöht.

Konkrete und abstrakte Verweisung

Eine weitere wichtige Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung betrifft die Verweisung. „Achtung beim Kleingedruckten“ ist hier die Devise, denn bei einer abstrakten Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung kann Ihnen Ihr Versicherungsschutz genommen werden, falls die Versicherung davon ausgeht, dass Sie zur Ausübung eines anderen Berufs durchaus in der Lage sind. Schieben Sie diesem Fall einen Riegel vor: Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung beinhaltet eine konkrete Verweisung oder verzichtet auf die abstrakte Verweisung und kann nur in Einzelfällen nicht mehr zahlen, wenn Sie einen ursprünglich als unzumutbar deklarierten oder einen ähnlichen Job ausführen.

Korrekte Angaben zum Gesundheitsstand

Berufsunfaehigkeit
© humonia - istockphotos.com

Ähnlich wie auch bei der privaten Krankenversicherung interessieren sich auch die Sachbearbeiter von Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ihren Gesundheitsstand. Was auch nachvollziehbar ist, schließlich besteht bei bestimmten Vorbedingungen erhöhtes Risiko für die Versicherung. Daher sollten Sie alle Vorerkrankungen im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung angeben. Sollten Sie es versäumen, Vorerkrankungen anzugeben oder sollten sich eine Vorerkrankungen im Nachhinein – etwa durch ein Gutachten – herausstellen, kann der Versicherungsschutz seitens der Versicherung komplett aufgehoben werden.

Wann Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Aber wenn Sie noch jung sind, haben Sie wahrscheinlich noch keine wirklich nennenswerten Vorerkrankungen, bei denen ein Versicherer für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ins Grübeln kommt. Wenn Sie also eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, tun Sie es früh, am besten schon in Ihren 20er oder frühen 30er Jahren. In jungen Jahren stellen Sie kein hohes Risiko für die Berufsunfähigkeitsversicherungen dar, was sich schlagartig ändert, wenn Sie in Ihren 50er oder 60er Jahren sind. Ein Fakt, den Sie nur mit deutlichen Aufschlägen bei den Prämien aufwiegen können.



Berufsunfähigkeitsversicherung worauf achten?

Neben diesem relativ einfachen und überschaubaren Aspekt rund um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es aber noch ein paar weitere Dinge, auf die Sie vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten sollten:

  • Keine abstrakte Verweisung: Wie oben bereits erwähnt, sollten Sie einen Ausschluss aus dem Versicherungsschutz durch eine allzu weit gefasste Interpretation Ihres ausgeübten Berufs und deren Einfluss auf Ihre Versicherbarkeit von vorn herein ausschließen.
  • Sofortige Rentenzahlung: Nicht wenige Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen erst nachdem eine gewisse Zeit vergangen ist. Diese Karenzzeit kann durchaus sechs Monate betragen, ein Zeitraum, der Sie vor erhebliche finanzielle Probleme stellen kann, vor allem, wenn man die mit einer Berufsunfähigkeit einhergehenden Zusatzkosten betrachtet. Schließlich brechen Ihnen nicht nur Einnahmen weg, sondern Sie haben beispielsweise bei Invalidität auch noch zusätzliche Ausgaben, etwa durch einen barrierefreien Umbau.
  • Erleichterter Berufsunfähigkeitsnachweis: Die Karenzzeit nehmen sich die Versicherer aber mitunter aus gutem Grund. Denn es gilt zunächst einen Nachweis über die Berufsunfähigkeit zu erbringen, um die Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Sind Sie wirklich zu 50 % berufsunfähig oder doch nur zu 47 %? Beim Thema Invaliditätsbemessung entstehen regelmäßig zahllose Rechtsstreitigkeiten, die Sie sich ersparen können, wenn Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung einen erleichterten Nachweis der Berufsunfähigkeit beinhaltet. So kann die Beurteilung über die Berufsunfähigkeit etwa an die staatliche Erwerbsminderungsrente oder auch eine konkrete Zeitspanne gekoppelt werden.
  • 6-Monats-Prognose: Eine solche Zeitspanne wären zum Beispiel sechs Monate, wie sie die 6-Monate-Prognose vorsieht. Hier spielt Ihr diagnostizierender Arzt dann eine zentrale Rolle: Attestiert er einen Berufsausfall von mindestens sechs Monaten, und beinhaltet Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung die 6-Monats-Prognose, können Sie diese schon als Grundlage für den Rentenantrag hinzuziehen.

Lassen Sie sich zu diesen Feinheiten rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung, wie auch zur oben thematisierten Nachversicherungsgarantie, am besten vom Versicherungsfachmann in Ihrer Nähe beraten. Dort erhalten Sie die optimale Beratung und somit letztlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die ideal auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Was kann die Berufsunfähigkeitsversicherung kosten?

Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung sind abhängig von verschiedenen Faktoren:

Faktor Alter:

30-jähriger, Versicherung über 1.000 € bis zum 65. Lebensjahr: ca. 35 € monatlich
40-jähriger: fast 50 €

Faktor Berufsrisiko:

40-jähriger Kaufmann: fast 50 €
40-jähriger Dachdecker: fast 80 €

Faktor Laufzeit:

30-jähriger, Versicherung über 1.000 € bis zum 65. Lebensjahr: ca. 35 € monatlich
30-jähriger, Versicherung über 1.000 € bis zum 55. Lebensjahr: ca. 23 € monatlich

Faktor Vorerkrankungen:

Je nach Vorerkrankung möglicherweise hohe Zuschläge oder gar kein Schutz

Wann / für wen lohnt sich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

  • Prinzipiell für jeden empfehlenswert
  • Alle Berufsgruppen: Berufseinsteiger, Angestellte, Selbstständige, Beamte
  • Junge Familien
  • In jungen Jahren, zwischen 20 und 35 Jahren
  • Wenn Sie von guter Gesundheit sind
  • Menschen mit hohem Berufsrisiko (dann aber zu vergleichsweise höheren Beiträgen)

Das könnte Sie auch interessieren:

Pflegeversicherung

Pflegebedürftigkeit ist eine Belastung für alle Beteiligten – physisch, psychisch und finanziell. Damit Sie nicht zum Sozialhilfefall werden, wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld pflegebedürftig wird, ist jeder Bundesbürger in der Pflegeversicherung pflichtversichert. Warum sich dennoch eine zusätzliche private Pflegeversicherung lohnt, erfahren Sie hier.

Rentenversicherung

Der Großteil der Bundesbürger ist über die gesetzliche Rentenversicherung fürs Alter abgesichert. Doch kennen Sie die Leistungen, Ausnahmen und auch die steuerrechtlichen Aspekte der Rentenversicherung? Wir erläutern Ihnen all das und sagen zudem, wie Sie zusätzlich privat vorsorgen können.

Sterbegeldversicherung

Der Tod eines Angehörigen ist für die Hinterbliebenen immer eine Belastung. Zur Trauer um eine geliebte Person kommen noch beträchtliche Kosten für die Beisetzung – zumindest diese lassen sich mit der richtigen Versicherung jedoch kompensieren. Dazu dient die sogenannte Sterbegeldversicherung. Welche Leistung diese erbringt, welche Regelungen gelten und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, lesen Sie hier.


Wie gefällt Ihnen diese Seite? Geben Sie mit einem Klick Ihre Bewertung ab:
4,46 - gut
13 Abstimmungen