Hundehaftpflicht

Unser 11880.com-Versicherung-Ratgeber stellt Ihnen die wichtigsten Versicherungen vor und wir sagen Ihnen auch, welche Versicherungen Sie brauchen und welche nicht. Unter letztere Kategorie fällt eigentlich die Hundehaftpflicht. Sie zählt zu den ganz speziellen Zusatzversicherungen, die niemand braucht, der keinen Hund hat. Wenn Sie jedoch Hundehalter sind, rückt die Hundehaftpflicht gleich ein großes Stück nach vorn in der Prioritätenliste Ihres individuellen Versicherungsspektrums.

Hundehaftpflicht
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Was leistet eine Hundehaftpflicht-Versicherung?

Für alle anderen zählt die Hundehaftpflicht zu den vollkommen vernachlässigbaren Zusatzversicherungen, Hundehalter dagegen schützt die Hundehaftpflicht vor vielen Schäden, die ein Hund gegenüber Dritten verursachen kann. Bestimmte äußere Einflüsse oder Situationen können auch bei einem bestens erzogenen Hund zu gefährlichen Situationen führen. So können sowohl Sach- und Personenschäden, wie auch Vermögensschäden durch einen Hund entstehen. Dabei ist es bei der Schadenserfassung unerheblich, ob der Hundehalter direkt und selbst schuldig ist oder nicht. Die Hundehaftpflicht übernimmt versicherte Schäden und wehrt zudem unberechtigte Schadenersatzforderungen ab.

Ist die Hundehaftpflicht Pflicht?

Eigentlich eine gute Sache, die Hundehaftpflicht, aber um Kosten zu vermeiden, wollen sie längst nicht alle abschließen. Da Hunde aber gefährlich sein können, gehen immer mehr Bundesländer dazu über, die Hundehaftpflicht im Gesetz zu verankern.
Nachdem sich im Jahr 2007 ein tragischer Unfall in Hamburg mit einem Hund ergab, hat die Hansestadt als erstes Bundesland in Deutschland die Pflicht zur Hundehaftpflicht erlassen. Diesem Beispiel folgten weitere Bundesländer:

Hier ist Hundehaftpflicht Pflicht:

  • Hamburg
  • Berlin
  • Niedersachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Keine Pflicht besteht lediglich noch in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland. Alle bisher nicht genannten Bundesländer haben abgestufte Vorschriften zur Hundehaftpflicht, die vor allem für Listenhunde (landläufig „Kampfhunde“ genannt) und/oder auffällige Hunde gelten. Im bevölkerungsreichsten Bundesland, Nordrhein-Westfalen, gelten zusätzlich zu den Listenhunden Untergrenzen von 20 kg, bzw. 40 cm, ab denen die Pflicht zur Hundehaftpflicht und einem Sachkundenachweis besteht.
Zudem gibt es in manchen Bundesländern auch individuelle Regelungen bezüglich Maulkorb- und Leinenpflicht, die die Gemeinden individuell gestalten.

Was leistet eine Hundehaftpflicht?

Hund
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„Eigentlich ist mein Hund ganz lieb“, denken die meisten Hundehalter und meistens stimmt das auch. Aber so sehr sie vom Menschen auch domestiziert wurden, bleiben Hunde instinkt-getrieben. Und der Instinkt kann manchmal unvorhergesehen mit ihnen durchgehen. Zum Beispiel in folgenden Szenarien:

  • Postbote oder Handwerker angefallen
  • Angriff auf Jogger oder Radfahrer im Park
  • Auseinandersetzung mit anderen Hunden
  • Fremde „Streichler“ gebissen
  • Sachschäden
  • Unfälle im Verkehr
  • Fremde Hündin gedeckt

Dies sind nur einige der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Gründe für einen Haftpflichtanspruch durch Hunde. Oft kann man das Verhalten der Vierbeiner – wie mitunter auch bei Menschen – nicht vorhersehen und manchmal auch nicht nachvollziehen. So oder so ist es am besten, für alle Eventualitäten gewappnet zu sein und eine Hundehaftpflicht abzuschließen.

Was kann die Hundehaftpflicht kosten?

Das Wesen des Hundes ist nicht das einzige Argument für den Abschluss einer Hundehaftpflicht: Sie kann Schäden in Millionenhöhe abdecken, kostet aber im Vergleich dazu nicht viel. So variieren die Kosten für eine Hundehaftpflicht bei den großen deutschen Versicherern zwischen ca. 60 und 120 € pro Jahr. Übrigens: Es kann sich an dieser Stelle auch lohnen, die Hundehaftpflicht mir einer Hundekrankenversicherung zu kombinieren – fragen Sie dazu am besten einen Versicherungsfachmann!



Darauf achten bei der Hundehaftpflicht

Dabei gibt es Einschränkungen in den Versicherungsleistungen, denn nicht alle Versicherungen gelten für „Kampfhunde“ (Listenhunde), bzw. decken auch Mietsachschäden ab. Zudem können sich die verschiedenen Hundehaftpflichtversicherungen in der Versicherungssumme unterscheiden. Durch eine erhöhte Eigenbeteiligung können Sie die Kosten der Hundehaftpflicht senken.

Aber sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Berücksichtigen Sie lieber alles bei Ihrer Hundehaftpflicht und prüfen Sie Ihre Versicherung dahingehend, ob sie folgende Aspekte abdeckt:

  • Versicherungsschutz von mindestens 3 Millionen Euro
  • Kein Leinen- und Maulkorbzwang
  • Fremdhalterschutz inbegriffen
  • Versicherungsschutz auch im Ausland
  • Mietschäden inklusive
  • Welpen bis 1 Jahr mitversichern
  • „Sachbeschädigung“: ungewollter Deckakt nicht ausgeschlossen

Wann die Hundehaftpflicht nicht zahlt

Jogger mit Hund
© Solovyova - istockphotos.com

Alle diese Punkte werden Sie in einer guten Hundehaftpflicht finden, müssen dabei aber eventuell auch mit gewissen Aufpreisen bei den Beiträgen rechnen. Dennoch bleibt die Hundehaftpflicht dann immer noch relativ günstig im Vergleich zu den möglichen Kosten, die Sie sonst selbst tragen müssten. Doch es gibt auch Szenarien, bei denen die Hundehaftpflicht nicht zahlen kann, bzw. wo es grundsätzlich Haftungsausschlüsse gibt:

  • Eigenschäden werden nicht gedeckt
  • Als besonders aggressiv gemeldete Hunde
  • Oftmals auch „Kampfhunde“ (Listenhunde)
  • Gewerbliche Nutzung von Hunden
  • Falsche Angaben beim Abschluss der Versicherung

Wann / für wen lohnt sich die Hundehaftpflicht?

  • Grundsätzlich für Hundehalter

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